Mein Bundesfreiwilligendienst – ein Jahr voller Erfahrungen

Hallo,
mein Name ist Lennart und in diesem Artikel werde ich euch von meinem Bundesfreiwilligendienst berichten.

Zu meiner Person:
Ich bin 18 Jahre alt und habe mein Abitur in der Tasche. Nun stehe ich vor der schwierigen Entscheidung „Was soll ich mit meinem Leben anfangen?“. Als Schüler wird man zwar immer wieder mit diesem Thema konfrontiert und in dem heutigen Schulsystem werden einem die Möglichkeiten gegeben sich dementsprechend zu informieren und beraten zu lassen. Ich konnte mich, wie auch viele andere Schülerinnen und Schüler, jedoch noch nicht für einen Werdegang entscheiden und wollte lieber noch mehr Erfahrungen und Eindrücke für das Leben sammeln. Glücklicherweise wurde ich dann auf eine Stelle für den Bundesfreiwilligendienst aufmerksam, der mir bei dieser Entscheidung womöglich helfen kann. Es war ein Angebot zur Betreuung von Schülern Ganztags in einer Realschule.

Diese Stelle hat mich besonders angesprochen, da ich erwäge Lehramt zu studieren. Ich wollte aber nicht einfach für einen Beruf studieren von dem ich mir noch nicht genau vorstellen konnte, wie es ist ihn auszuüben. Ich kannte Schule bisher nur als Schüler und wollte daher den Seitenwechsel mal wagen.

Die Arbeit in meinem Bundesfreiwilligendienst

Meine ersten Tage als BFDler:
An meinem ersten Arbeitstag war ich natürlich nervös und gespannt was mich erwarten wird. Es ging quasi um ein Jahr in meinem Leben welches wichtig für meine berufliche Orientierung ist. Ich sollte bei meinem Arbeitgeber, der Geschäftstelle des Jugendverbandes Computer und Medien erscheinen. Dort wurde ich herzlichst aufgenommen und mein Betreuer Benjamin , den ich bei einem Vortreffen schon Kennenlernen durfte, führte mich in die Tätigkeiten und Funktionen im Büro ein. Mir wurde ein guter Einstieg ermöglicht, indem ich leicht und gut verständlich an einen Büroalltag herangeführt wurde. In den darauffolgenden Wochen folgte eine Stufenweise Erhöhung der Verantwortung im Bezug auf die Tätigkeiten. Begleitung von Ferienangeboten und Koordination dieser am Computer wurden mir gelehrt.

Die Tätigkeit in der Schule:
Weitgehend ist meine Hauptaufgabe dennoch die Arbeit in der Schule. An der Fridtjof Nansen Realschule Kamen bin ich in dem Segment tätig und in meinen ersten Tagen dort wurde mir ebenfalls ein guter Start ermöglicht. Sowohl durch das nette kennenlernen meiner Bezugspersonen als auch für die Integration im Unterricht. Meine Aufgabe ist die Begleitung einer 5.Klasse und eine Unterstützung für die Lehrkräfte zu sein. Ich wurde von den Lehrern gut in den Unterricht einbezogen und wie ein gleichgestellter Kollege behandelt. Durch die Möglichkeit einzelne Unterrichtselemente, besonders im Sportunterricht, zu übernehmen lernte ich die Verantwortung gegenüber einer Klasse kennen. Zudem konnte ich Eigenständig den Schülerinnen und Schülern im Unterricht während Arbeitszeiten behilflich sein und sie bei Bedarf individuell zu fördern. Ich wurde fester Bestandteil im Unterricht der Klasse und fühlte mich sinnvoll einbezogen und gut akzeptiert.

Die Folgen von Corona

Die besondere Herausforderung Corona:
Auch in meinem Bundesfreiwilligendienst stellte Corona mich vor manche Probleme und Herausforderungen, die es zu bewältigen gab. Besonders die Lage in den Schulen wurde in ganz Deutschland zu einem grundsätzlichen Thema. In den Sommermonaten war es einfacher das Hygienekonzept der Schule einzuhalten und sorgte nur manchmal für Probleme. Beispielsweise im Sportunterricht im Bezug auf die Auswahl der Spiele, da Kontaktsportarten nicht möglich waren und die Unterrichtsgestaltung ohne Gruppenarbeit und freieren Arbeitsphasen.

In den Wintermonaten, bei dem Anstieg der Corona Fälle und dem 2. „Lockdown“ war die Lage noch schwieriger zu bewältigen. Es gab durchaus auch Wochen, in denen eine Teilnahme am Unterricht durch enorme Bedenken, auch von persönlicher Seite, nicht möglich war. In dieser Zeit wurde jedoch durch eine gute Zusammenarbeit und einem guten Austausch eine Lösung in Form von „Bürodienst“ garantiert, bei dem darauf geachtet wurde mich sinnvoll einzusetzen. Es ist natürlich klar das diese Arbeit nicht ganz meinen Wunschvorstellungen entsprach, aber alle Beteiligten sorgten trotzdem für mein Wohlbefinden und in dieser Zeit stehen besonders in solchen Branchen der Schutz der Mitmenschen an erster Stelle. Im Hinblick auf den weiteren Verlauf der Pandemie kann ich mir sicher sein, dass durch eine gute Absprache und Offenheit mein Bundesfreiwilligendienst mir so angenehm und interessant wie möglich gestaltet wird.

Alles in allem kann ich festhalten, dass mein Bundesfreiwilligendienst in der Schule eine gute Möglichkeit bietet nach der eigenen Schullaufbahn Erfahrungen zu sammeln, sowohl für den Beruf als Lehrer, als auch um die Tätigkeiten in einem Büro zu verstehen.

Lennart Rogalla